Wir brauen Bier!
Das Wichtigste zuerst. Wer selbst Bier brauen will, darf dies nur der persönlichen Verwendung zuführen und muss sich dafür die Genehmigung der zuständigen Behörde einholen.
Zuerst solltest Du Dich um das erforderliche Zubehör kümmern. Bei der hier beschriebenen Methode wird von einer Flüssigkeitsmenge von 45 Litern ausgegangen, entsprechend groß müssen die benutzten Gefäße sein. Ein Thermometer sollte auf keinen Fall fehlen.
Für die angegebene Menge benötigst Du 500 g Hopfen und etwa 25 kg Malz.
Den Hopfen kannst Du, wenn Du ihn nicht eh zufällig im Garten hast, kaufen. Das Malz machst Du Dir besser selbst, weil Du damit die Farbe Deines Bieres beeinflussen kannst.
Das Malzen:
Gib' 25 kg Gerste in lauwarmes Wasser, am besten in einem porösen Sack,
den Du leicht wieder entfernen kannst. Nach vier Tagen nimmst Du die Gerste aus
dem Wasser, und schüttest sie auf eine saubere Fläche. Du musst jetzt darauf
achten, dass die Temperatur der Gerste nicht unter 17 Grad C fällt, aber auch 20
Grad C nicht übersteigt. Sinkt die Temperatur, ziehst Du die Gerste dichter
zusammen, steigt sie, breitest Du sie weiter aus und bewegst sie, damit sie
abkühlt. Achte darauf, dass die Gerste feucht, aber nicht nass gehalten wird,
bei Bedarf besprengst Du sie mit lauwarmem Wasser. Dadurch wird die erwünschte
Keiming angeregt. Nach ca. zehn Tagen sollen die Malzkeime (Getreidesprossen,
nicht die Wurzeln) etwa 2/3 der Kornlänge haben. Die Keime kannst Du unter der
Schale der Körner gut erkennen.
Wenn die Keimung ausreicht, breitest
Du die Körner aus und läßt sie noch etwa 12 Stunden so liegen. Danach ist das
Grünmalz fertig und kann weiter verarbeitet werden.
Das Rösten:
Das nun fertige Grünmalz muss geröstet werden. Das kannst Du im geöffneten Backofen machen, die heiße Luft muss durch das Getreide zirkulieren können. Dazu brauchst Du eine sogenannte Darre, eine gelochte Blechpfanne, die Du dir aus einem Backblech auch leicht selbst machen kannst. Während des Röstens muss das Getreide ständig bewegt werden, das Ergebnis ist das Darrmalz.
Die Beschaffenheit und die Farbe des Bieres wird durch diesen Darrvorgang
beeinflusst. Gleichzeitig wird dadurch das Korn und der Keim abgetötet, so dass
kein Trieb mehr ausgebildet werden kann, falls Du das Grünmalz nicht sofort
weiter verarbeitest. Außerdem wird das Getreide durch das Rösten haltbar
gemacht, sonst würde es bei einer Lagerung verfaulen.
Durch schwaches
Rösten erhältst ein nur leicht gefärbtes Darrmalz und dem zufolge auch ein
helles Bier. Röstest Du es stärker, bekommst Du ein dunkles Malz und
folgerichtig auch ein dunkleres Bier. Wenn Du ein helles Bier möchtest, hältst
Du die Rösttemperatur auf knapp unter 50 Grad C, für ein dunkles Bier erhöhst Du
sie auf 60 Grad C. Diese Temperatur darfst Du aber auf keinen Fall übersteigen,
weil sonst die Enzyme abgetötet werden, die während des Maischens die im Malz
vorhandene Stärke in Zucker umwandeln.
Beobachte das Malz in der
Darre, und breche den Röstvorgang ab, wenn das Malz die für das von Dir geplante
Bier nötige Beschaffenheit hat. Wenn das Korn beim darauf Beißen knackt, kannst
Du den Röstvorgang beenden. Für ein Porter (dunkles Bier) muss das Malz fast
schwarz sein, entsprechend lange muss geröstet werden, da die Temperatur
eingehalten werden muss.
Nach dem Rösten wird das fertige Malz grob
geschrotet.