Fleisch, Geflügel

Truthahn und Maronen



Für 1 Rezept Kein Thanksgiving ohne Truthahn, er ist schlieAYlich Amerikaner, Eingeborener sogar. Benjamin Franklin schrieb an seine Tochter, er wA¼nschte, der Adler wA#re nicht zum Wappentier erkoren worden, denn er habe einen schlechten Charakter. Der Truthahn sei der weitaus respektablere Vogel und ein wahrer Ureinwohner Amerikas. Er fand darin schnell Liebhaber in aller Welt Max Rumpolt, Kurmainzer Mundkoch, fA¼hrt 1581 schon einundzwanzig Truthahngerichte in seinem Kochbuch auf. Bei uns hat sich dieser sonderbare Vogel aber als Festbraten nie recht durchgesetzt. Es sind meist arme VA#gel aus Schnellzuchten die Schnitzel liefern oder in DiA#twA¼rsten verschwinden. Seine wahre GrA#AYe zeigt er im Herbst, wenn er im Freiland zur richtigen GrA#AYe gediehen ist. Nur darf man dann nicht zu wenige Esser einladen. Animiert durch die Einheimischen auf Mallorca, die lebende TruthA#hne kopfunter an den FA¼AYen aus der Markthalle trugen, beschlossen Frau und Freunde, ich solle zum Fest auch einen Truthahn zubereiten. Wir kauften ihn geschlachtet und gerupft. Er hatte wenigstens fA¼nfzehn Pfund. Den Wunsch des Freundes, ein grA#AYeres Kaliber zu erstehen, wehrte ich erfolgreich ab. Der Vogel sollte noch in die RA#hre passen.

Die klassische KA¼che bereitete den Puter getrA¼ffelt, wie den Kapaun. Wir begnA¼gen uns mit Kastanien. Oder mit dieser Variante. Den Truthahn innen und auAYen salzen und pfeffern, in die BauchhA#hle eine geschnittene Zwiebel, zwei Knoblauchzehen und einige Salbeizweige legen. Den Vogel in Butterschmalz rundum anbraten. Den gehackten Hals, die FlA¼gelknochen, 3 Zwiebeln in dicken Scheiben und 4 Karotten in StA¼cken mit anrA#sten. 2 1/2 Stunden auf der Seite liegend im Ofen braten, mehrmals wenden. Nach einer Stunde die Brust mit Speckscheiben abdecken, denn die Keulen brauchen lA#nger, und das zarte Brustfleisch wird sonst trocken. Erst zum SchluAY auf den RA¼cken legen. Den Puter auf einer Tranchierplatte unter Alufolie warmhalten, den RA#stfond mit GeflA¼gelbrA¼he und WeiAYwein ablA#schen und eine kurze Sauce kochen. Gekochte und geschA#lte Maronen (gibt es vakuumiert zu kaufen) in Butter und Petersilie dA¼nsten. Als zusA#tzliche Beilage vielleicht ein Salat von Brunnenkresse und ein Quittenkompott oder sA¼AYsaurer KA¼rbis.

Wollen Sie den Truthahn fA¼llen, probieren Sie diese Farce: 200 g Steinpilze mit 3 gehackten Schalotten in Butter braten. Die gehackte Putenleber mit anrA#sten. Mit 500 g in Milch weichgekochten Maronen, 200 g Schweinemett, einem eingeweichten BrA#tchen, gehackter Petersilie, Salbei und einem verschlagenen Ei mischen und locker einfA¼llen. Den Truthahn wie beschrieben braten. Gegen Ende der Garzeit mit etwas WeiAYwein und BrA¼he begieAYen. Den Vogel tranchieren und die FA¼llung als Beilage servieren.

Tips aus der hohlen Hand Sollten Ihre sechs bis acht GA#ste den Vogel nicht geschafft haben, die Putenbrust schmeckt hervorragend als kalter Braten. Toastscheiben mit Remouladensauce bestreichen, Gurkenscheiben, aufgeschnittene Putenbrust und eine angebratene Scheibe Parmaschinken darauf, das schmeckt auch am Tag danach.

Der Truthahn, Meleagris gallopavo, auch Puter, frA¼her Kalikutischer Hahn genannt, hat seine Vorfahren in Nordamerika. Er lebte wild im Osten und SA¼dwesten der heutigen United States und in Mexiko, wurde aber schon von den Azteken und Püblo-Indianern gezA¼chtet. Bernal Diaz, der Chronist von CortA#s, berichtet von aztekischen MA#rkten, auf denen es Truthahn gab mit MolA#, der typischen Schokoladensauce. 1505 soll der Truthahn nach Portugal gekommen sein. Schnell eroberte er die KA¼chen. Den jungen Vogel erkennt man an der grauweiAYen bis blauen weichen Haut der Beine. Das Brustfleisch ist zart und hell, die Keulen sind dunkler und kerniger, an den Seiten und am Hals sitzt fettes Fleisch. Es gibt Rezepte fA¼r gekochten und geschmorten Truthahn, die ideale Zubereitung ist das Braten ohne FlA¼ssigkeit. Der beste und saftigste Truthahn hat ein Gewicht von dreiAYig Pfund, aber wer hat eine so groAYe Familie und auch den passenden Ofen dazu? Doch gilt der Spruch: Truthahn wie Wein sollten als Magnum serviert werden.

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